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Bud

Stoph Sauter

Stoph Sauter feat. Rey Zorro: „Bud”, 2018

Ein übergroßes Bouquet lässt durch seine Blüten rotierend Laserpunkte ausstrahlen, die Umgebung abtastend, über Arkadengänge, Wände, Fenster und Pflastersteine wandern und springen. Mit einfachen Mitteln, aber durch komplexe handwerkliche Fertigung, entsteht ein punktuell definierter Lichtraum mit einnehmender Wirkung. „Bud“, so der Titel dieser Arbeit, ist auch ein Vorname, klingt in der alltäglichen Flüchtigkeit wie das englische Wort für „aber“, erinnert an das erfolgreiche Marketing einer Biermarke, benennt Ortschaften in den USA und Norwegen – und betitelt nicht zuletzt die Blüte der weiblichen Hanfpflanze. Für Stoph Sauter stellt das Spiel mit den Worten, deren Umdeutung und Vielschichtigkeit ein besonderes Vergnügen im multidisziplinären Schaffen dar. Durch subtile Eingriffe verwandelt der Dornbirner Künstler ganze Räume, ohne in ihre Struktur grundlegend einzugreifen. Bud steht für die generelle Herausforderung, Technik mit Natur zu verbinden, Strom als Motor, die Ader, die Transformation zum Licht, ein Weg weg vom fossilen Raubbau. In seiner Ontologie liegt die Metapher, wo in offensichtlich künstlichem, fast lieblich floralem Gewand der Stadtraum abgetastet und zerlegt wird, und doch unberührt bleibt. Letztlich geschehen durch zu viel Volt am Lötkolben war der Laserblütenstaub entschwunden – was blieb war das Licht der Spiegel, amorph und dennoch da.